RUND UM DIE PRAXIS

Workshop-Bericht: „The Epic Journey“ mit Nico Luce

Drei Tage, vier Kurse, zehn Stunden: Nico Luce führte am vergangenen Wochenende in Hannover mit "The Epic Journey" durch ein yogisches Ganzkörperprogramm, während die Bildsprache des indischen Nationalepos Ramayana den passenden philosophischen Hintergrund lieferte.

Das erste Mal hörte ich von Nico Luce, als ich im Sommer einen Bericht über das erste Mega-Yoga-Event in Monaco schrieb – da er der Lehrer war, der seinerzeit durch die Yogastunde im Fürstentum führte. Bei der Recherche stieß ich auch auf seine Website, auf der er in überaus beeindruckenden Asanas zu sehen ist. Als die Yogawerkstatt Hannover einen Workshop mit ihm anbot, ergriff ich die Gelegenheit und buchte die komplette dreitägige Serie mit insgesamt vier Kursen à 150 Minuten.

Los ging es am Freitagabend mit „Master & Disciple“, in der Hüftöffner und Armbalance-Haltungen den Schwerpunkt bildeten. Am Samstag beschäftigten wir uns vormittags unter dem Titel „Leap of Faith“ mit Vorwärtsbeugen und Twists und am Nachmittag unter dem Motto „All or Nothing“ mit Rückbeugen. Den Abschluss bildete am Sonntagmorgen „The Love that will not Die“ mit Hand- und Schulterstand. Die Kurse waren ruhig und durchaus fordernd; mir machte es aber aber soviel Spaß, dass für mich die Zeit wie im Flug verging.

Die einzelnen Teile leitete Nico auf unterhaltsame Art jeweils durch einen Abschnitt Ramayana ein, wobei er jeweils die Bildsprache des Werkes erläuterte. Stück für Stück lerne man so das ganze indische Nationalepos kennen, ohne das Gefühl zu bekommen, einer trockenen Unterrichtsstunde zu folgen.

Obwohl Nico hauptberuflich die Welt bereist, um Yoga zu unterrichten, kommt er nicht als einer dieser „Yoga Teacher Celebrities“ rüber – und das nicht nur, weil er nicht zu den prominenten Lehrern gehört, die sich täglich in den sozialen Netzwerken in verrückten Posen (gerne auch mit dem Nachwuchs) an exotischen Orten präsentieren.

Man merkt vor allem, dass er seine Demonstrationen stets als Anregung versteht, wie man an schwierige Asanas herangehen kann. Passend dazu zeigte er mögliche Alternativen und gab individuelle Hilfestellungen bei Schülern, die mit der Umsetzung zu kämpfen hatten. Ich selbst hatte an mehreren Stellen ein echtes „Aha-Erlebnis“ – und blieb damit nicht alleine: Es ist doch immer wieder erstaunlich, wieviel es ausmacht, etwa den Bizeps stärker nach vorne zu drehen. Am Ende ging so mancher Workshop-Teilnehmer über seine bisherigen Grenzen hinaus.

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