GRUNDLAGEN

Asanas im Detail: Bakasana und Kakasana

Um kaum eine Asana herrscht soviel Verwirrung wie um "Bakasana": Mal wird sie mit "Krähe" übersetzt, mal mit "Kranich". Andererseits findet man für die Krähe auch eine eigene Bezeichnung: "Kakasana". Vergleicht man Abbildungen beider Asanasa, sieht man oft die gleiche Haltung. Manchmal scheint es aber auch gewisse Abweichungen zu geben. Wo also liegt der Unterschied?

VON NICO JURRAN | 22. JULI 2014

Bevor ich auf die Unterschiede eingehe, zunächst einmal kurz die Gemeinsamkeiten von Bakasana und Kakasana:

  • Bei beiden Asanas handelt es sich um Balance-Übungen in einer hockenden Position, bei der die Hände flach auf den Boden liegen, das Körperzentrum etwas nach vorne verlagert ist („das Herz strebt nach vorne“), die Schienbeine auf den Oberarmen liegen und die Füße in die Höhe gehoben werden. Idealerweise sind die Füße dabei zusammengeführt.

Der Unterschied zwischen Bakasana und Kakasana besteht nun darin, wie stark die Arme gebeugt sind – und passend dazu, an welcher Position sich die Schienbeine befinden. Ich selbst kann nur Kakasana zeigen, konnte aber glücklicherweise den bekannten Yogalehrer Roland Jensch (siehe auch den Bericht zu seinem Workshop „Flightschool“) für eine Demonstration gewinnen.
 

Kakasana (Die Krähe)

   

Hierbei handelt es sich praktisch um die „tiefere“ Variante der beiden Asanas. Die Arme sind hier also recht stark gebeugt, sodass die Schienbeine letztlich auf dem unteren Teil der Oberarme liegen, nahe den Ellenbogen.
Kleiner Tipp: Bei der Ausführung einen Punkt auf den Boden weit VOR dem Körper fixieren und nicht direkt nach unten schauen. Ansonsten neigt man schnell dazu, sich zu sehr „einzurollen“ – und verliert dann leicht das Gleichgewicht.


 
 

Bakasana (Der Kranich)

   

Passend zur deutschen Übersetzung „Kranich“ wird Bakasana mit möglichst durchgestreckten Armen ausgeführt. Damit das gelingt, müssen die Beine wiederum mehr in Richtung Achseln platziert werden, wodurch sich die Knie letztlich im oberen Bereich der Oberarme befinden, was auf dem nachfolgenden Bild auch gut zu erkennen ist.
Diese Variation erfordert allerdings eine wesentlich stärkere Körperspannung, weshalb man Kakasana gewöhnlich als Vorstufe zum Bakasana ansieht. Insofern ist es auch nicht verwunderlich, wenn etwa im Ashtanga Yoga die Teilnehmer die Krähe ausführen, wenn in der Serie Bakasana an der Reihe ist.

 

Eine erfahrene Ashtanga-Yogalehrerin erzählte mir in einem Gespräch über die beiden Varianten, dass es ihr auch nach all den Jahren nicht gelingen würde, die Beine auf die bei Bakasana angestrebte Höhe zu bekommen. Insofern müsst Ihr Euch also keinen Kopf machen, wenn Euch diese Haltung nicht „auf Anhieb“ gelingt. Schließlich müssen ja auch noch Herausforderungen für die weitere Praxis bleiben – und zumindest kennst Ihr nun das Ziel. 😉

An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an Roland Jensch für die Unterstützung!

 
© Bild Krähe by Loz (L. B. Tettenborn) / Wikimedia // © Bild Kranich by Andreas Trepte / CC BY-SA 2.5

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